Eurolinktreffen in Budapest

Vom 3. bis zum 7. November 2010 fand in Budapest das Treffen der Eurolinks der derzeit 18 nationalen GCL Gemeinschaften in Europa statt. Neben dem Euroteam selbst (Evelyne Maloret (Vorsitzende) aus Guernsey, Inge Höpfl aus Deutschland, Saviour Borg aus Malta, Marina Villa aus Italien, Pierre Meyers, kirchlicher Assistent) nahmen auch Sophia Ibañez-Montana aus dem Weltsekretariat in Rom und Luke Rodriguez SJ, der „neue“ kirchliche Vize-Assistent (Indien) teil. Leider waren Spanien und Portugal nicht vertreten; schade, es sind große Gemeinschaften, mit vielen Ressourcen und guten Projekten, von deren Erfahrung(en) wir sicher alle profitiert hätten, und die auch von den „kleineren“ Gemeinschaften beschenkt hätten werden können.

Thema war „Die Rolle des Eurolinks“ (was mich auf den ersten Blick etwas enttäuschte), das sich aber angesichts der regelmäßig und, in verschiedenen Gemeinschaften, sehr oft wechselnden Eurolinks, als ganz notwendig herausstellte!

Hier ein paar „Highlights“, die mich besonders beeindruckten und die mir bis jetzt sehr präsent geblieben sind:

  • die unglaublich herzlichen Kontakte, das natürlich Einverständnis
  • die liebevolle Mühe und der Stolz der ungarischen Gastgeber, uns empfangen zu dürfen
  • der tolle Tanzabend, mit traditioneller ungarischer Tanzmusik und ungarischen Gerichten, dazu, wie immer, Leckereien aus verschiedenen Ländern, die die Eurolinks mitgebracht hatten
  • der Besuch des Provinzials
  • Gertrude Zeller, österreichisches Urgestein, die eine potentielle Eurolink Kandidatin einfach schlankerhands mitgebracht hatte, damit Martha gleich die richtige Luft zu schnuppern bekäme; Resultat: Martha, Englischlehrerin aus Linz, war so begeistert, dass sie das Amt gern übernahm und auch uns in Luxemburg besuchen kommen wird
  • Polen: GCL bietet Exerzitien für körperlich Behinderte an
  • Malta: „IN THEIR SHOES“: dieses absolut gute Projekt erlaubt es jungen Erwachsenen, sich mit der hochaktuellen Flüchtlings“problematik“ hautnah zu beschäftigen. Ein typischer Flüchtlingsweg wird nachgestellt: die jungen Leute landen nachts auf Malta in einem kleinen Boot, schlafen tagsüber in Höhlen oder anderen Verstecken, nachts gehen sie zu Fuß, nicht wissend wann oder was es zu essen oder zu trinken gibt. Natürlich werden die jungen Erwachsenen betreut und begleitet, aber die Umstände eines Flüchtlingsschicksals werden so realistisch wie möglich nachgestellt.
  • das Interesse, der Durst, die Sehnsucht nach mehr GCL bei den lettischen Vertretern: Lettland hat keine anerkannte GCL, es gibt dort lediglich 10 Mitglieder, die sich seit 2004 auf den GCL Weg gemacht haben.
  • die wirklich begnadeten Anfangsjahre der jungen GCL aus Litauen (aufgenommen auf dem Weltreffen in Fatima): Loreta zeigte uns Fotos von Familienfesten und Familieneinkehrtagen, mit vielen Kinder, die Riesenseifenblasen machen und die richtig Freude und Hoffnung versprühen
  • die Wiederbelebung der GCL in Österreich, die nach einigen sehr mageren Durchhaltejahren, jetzt über 10 neue Gruppen in verschiedenen Städten gründen konnten
  • der Überlebenskampf der irischen GCL; die GCL in Rumänien, die ohne ExCo auskommen muss
  • das Vaterunser, das wir in 23 Sprachen nacheinander vorbeteten… dabei zeigte sich ganz klar, dass die Sprachenvielfalt ein kleines Problem der GCL in Europa ist (vergleiche dazu die immensen Distanzen der lateinamerikanischen GCLs, die aber durch die gemeinsame Sprache wettgemacht werden können)
  • die GCL im französischsprachigen Belgien, die in Brüssel eine portugiesische Gruppe hat.

Trotz der wirklich großen Unterschiede zwischen Ländern und den einzelnen Gemeinschaften (Frankreich: 6000 Mitglieder, Lettland: 10 usw…), haben wir doch alle fast die gleichen Fragen: wie können wir den Schatz der ignatianischen Spiritualität besser weitergeben, an junge Menschen, an andere Gruppen in der Gesellschaft, an Ausländer, an unsere eigenen Mitglieder, wie können wir unsere Mitglieder für mehr begeistern, wie können wir als Christen besser auf die unterschiedlichen Situationen in unseren Ländern reagieren…

29. April 2011
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