Dynamik „USUAL“: Unterscheiden, Senden, Unterstützen, Auswerten - Leben als unterscheidende Gemeinschaft
Arbeitsblätter für Gruppentreffen

Im Anschluss an die Empfehlungen des Welttreffens (Fatima 2008) hat die Formungsgruppe der Luxemburger GCL eine Reihe von Arbeitsblättern entwickelt, um in 4 Etappen die Dynamik „USUAL“ während der Fastenzeit 2009 in allen Gruppen zu entdecken bzw. zu vertiefen.

I. Unterscheiden

Gruppen-Versammlung : « Dreh- und Angelpunkte meines Lebens »

1. Ziele :
Zu Beginn der österlichen Bußzeit (Fastenzeit)

  • der eigenen Lebenswirklichkeit bewußt werden
  • Wichtiges vom Unwichtigen unterscheiden
  • Akzente möglicherweise neu setzen

2. Gemeinsames Gebet (15 Min.)
Lied an den Hl. Geist
Evangelium : Matthäus 6,25-34 – gemeinsame Lektüre, Zeit der Stille, Austausch-runde : « Welcher Vers hat mich berührt und warum ? »

3. Verlauf der Versammlung

a) Einführung : Thema nennen, Methode vorstellen und Einverständnis der Gruppen-mitglieder erfragen.

b) Persönliche Besinnung (still ; 15-20 Min.)
Jedes Gruppenmitglied ergänzt zu den einzelnen Lebensbereichen, was ihm spontan einfält : Skizze « Worum dreht es sich zur Zeit in meinem Leben ? » (Material: siehe GCL Werkmappe 2007 S.124; Blätter für die Gruppenmitglieder bereitstellen)

Werte,
Beziehungen,
Sorgen, Anliegen
Gesellschaftliche Fragen
Arbeit, Aufgaben
Hoffnungen, Wünsche
Und sonst?

Nach dem Ende der vereinbarten Zeit oder wenn alle fertig sind, schaut jeder/jede noch einmal seine spontanen Eintragungen an :

  • Welcher Lebensbereich nimmt den größten Raum ein?
  • Was spielt kaum eine Rolle?
  • Fehlt ein Lebensbereich?
  • Würdest du gern etwas ändern, z. B. dass es sich um einen Lebensbereich nicht so viel dreht oder um einen anderen mehr ?

c) Austausch
Die Gruppenmitglieder teilen einander mit, was sie gefunden haben – mit oder ohne Skizze.

Rückfragen und Ergänzungen sollen jedem ermöglichen, einen Wunsch zu benennen, den er in der Fastenzeit umsetzen will, z. B. einem Lebensbereich mehr oder weniger Raum einzuräumen.

II. Senden

d) Abschluss der Gruppen-Versammlung: « Dreh- und Angelpunkte meines Lebens »

Sendungsritual (15 Min.)

Gemeinsames Gebet :

« Gott, in all dem, was uns bewegt, möchten wir Dich finden.
Lass uns erkennen, wenn wir uns zu sehr um uns selbst drehen.
Öffne unsere Augen und unseren Blick für das,
was über den heutigen Tag hinaus wichtig ist.
Lehre uns, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
Zeige uns, wo wir innehalten und auf Dich hören können.
Lass uns immer wieder Deine Nähe spüren. Amen. «

Jeder schreibt seinen Wunsch bzw. seine Entscheidung auf die Rückseite der (vorbereiteten) Karte « Sendung » und läßt alle Gruppenmitglieder unterschreiben als Zeichen dafür, dass er von ihnen den Auftrag annimmt, für die Erfüllung seines Wunsches in der Fastenzeit zu sorgen.

Material: Karten für die Gruppenmitglieder bereitstellen

SENDUNG

« Teile mit, was Du als Wille Gottes erkannt hast,
und lebe, wozu Du Dich entschieden hast »

In der Fastenzeit 2009 möchte ich:
..................................................................................................

(Unterschriften der Mitglieder der GCL-Gruppe)
........ ........ ........ ........ ........ ........

Abschluss des Treffens: Vater unser oder Lied.


III. Unterstützen

Wir können während eines eigenen Gruppentreffens, aber auch regelmäßig während unseren normalen Gruppentreffen, Zeit nehmen, um uns auszutauschen über die Art und Weise, wie wir uns gegenseitig in der Umsetzung unserer Entscheidungen und in unseren Engagements bzw. in unserer Sendung unterstützen.

Die Gruppe kann

  • entweder ein Treffen zu diesem Thema einplanen, eventuell als Folge des Treffens „Dreh- und Angelpunkte meines Lebens, das zu Beginn der Fasten-zeit 2009 stattgefunden hat,
  • oder die Frage der gegenseitigen Unterstützung einbeziehen in den Austausch des Rückblicks über die vergangenen Wochen.

FRAGEN

Die Gruppe in Bezug auf mich:

  • Wo bin ich in Bezug auf meine Entscheidung (mein Engagement) für die Fastenzeit dran? Wie (er)lebe ich sie?
  • Informiere ich meine Gruppe genügend darüber?
  • Fühle ich mich durch die Gruppenmitglieder unterstützt? Wie?
  • Brauche ich eine klarere Unterstützung durch meine Gruppe? Welche?
  • Will ich ein oder mehrere Gruppenmitglieder um eine bestimmte, konkrete Unterstützung bitten?

Ich in Bezug auf die Gruppe:

  • Wie bewahre ich die Entscheidung, das Engagement bzw. die Sendung der anderen Gruppenmitglieder in meinem Gedächtnis, in meinem Herzen?
  • Wie kann ich sie unterstützen? Moralisch, durch konkrete Zeichen, durch mein Gebet usw.?

IV. Auswerten

Am Ende des Weges, den die Gruppe am Anfang der Fastenzeit 2009 begonnen hat, nehmen wir uns Zeit, die Früchte dieses gemeinschaftlichen Prozesses auszuwerten. Dieser Prozess ist darauf ausgerichtet, die Dynamik des USUAL zu entdecken, zu vertiefen und in die Praxis umzusetzen. Sie ist eine „Kunst, die Verantwortung unserer Sendung in Gemeinschaft zu teilen“ (Nairobi 2003), als die Art und Weise , die uns durch die Weltgemeinschaft angeboten wird, um als unterscheidende Gemeinschaft zu leben und dadurch eine apostolische Gemeinschaft zu bilden (Nairobi 2003 und Fatima 2008).

FRAGEN

Auf persönlicher Ebene:

  • Konnte ich die Entscheidung, die ich zu Beginn der Fastenzeit getroffen hatte, praktisch umsetzen?
  • Wenn ja, wie habe ich sie gelebt?
  • Wenn nicht, warum? Musste ich meine Entscheidung revidieren? Musste ich sie ändern?
  • Wie hat mir der Prozess des USUAL, den wir in den letzen Wochen in der Gruppe gelebt haben, geholfen?
  • Was ist für mich klarer geworden?
  • Worin gab es für mich Schwierigkeiten?
  • Bleiben noch Fragen?

Auf der Gruppenebene:

  • Was hat der Prozess des USUAL der Gruppe gebracht?
  • Hat der Prozess etwas verändert in Bezug auf das Bewußtsein, als unterscheidende Gemeinschaft zu leben, oder in Bezug auf ein besseres Verständnis von „apostolischer Gemeinschaft“.
  • Hat dieser Prozess uns geholfen, unseren Blick vom „ich“ zum „wir“ zu erweitern?
  • Welchen Unterschied haben wir gemerkt zwischen einer „Gemeinschaft von Aposteln“ und einer „apostolischen Gemeinschaft“?

© Formungsteam der Luxemburger GCL: Arbeitsblätter für Gruppentreffen (franz. „La dynamique du DESE“), Januar 2009.
Nach der „GCL Werkmappe 2007“, S. 123-124 für das erste Treffen: Dreh- und Angelpunkte meines Lebens.

22. Februar 2009