Beten mit einem Bild
Pfingsten – Cénacle von Laxou (F - Nancy, 1999)


Ein Bild zu betrachten ist wie eine Begegnung mit einem Menschen. Es braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit. Nur langsam erschließt es sich. Der Künstler hat ihm eine Botschaft mitgegeben. Sie ist aber nicht die Einzige. Jeder Betrachter sieht wieder etwas anderes, wird von einem anderen Aspekt berührt. Dieser persönliche Zugang wird dann auch zur Botschaft für das eigene Leben.

Anfangsgebet (von Nikolaus von Flüe)

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
Gib alles mir,
was mich führet zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
Nimm mich mir,
und mach mich ganz zu eigen dir.

Anleitung zur Bildmeditation

Bevor ich mit der Bildbetrachtung beginne, versuche ich zur Stille zu finden. Ich lasse die Gedanken los, die mich beschäftigen, und nehme den Atem wahr, wie er kommt und geht und mir durch seine Gleichmäßigkeit Ruhe bringt. Dann lasse ich mich auf das Bild vor mir ein.

  • Ich schaue das Bild für ein paar Minuten einfach nur an. Ich nehme die Farben und Formen, die Gestalten und Gesten wahr, das, was mir besonders auffällt.
  • Ich spüre den Empfindungen nach, die das Bild in mir wachruft. Woran erinnert mich das Bild? Was möchte es ausdrücken?
  • Kann ich meinen Platz auf dem Bild finden?
  • Ich lasse mich auf ein Zwiegespräch mit dem Bild ein. Welche Fragen habe ich? Was möchte ich ihm sagen?
  • Was möchte ich Gott sagen von den Empfindungen, die in mir jetzt da sind? Kann ich hören, was er mir durch dieses Bild sagen möchte?
  • Ich schließe die Betrachtung mit einer Geste oder einem Gebet.

Gebet zum Heiligen Geist

Am Pfingstfest hat ein Hauch, eine Dynamik
die mit Maria versammelten Jünger
in Bewegung gesetzt, sie hinausgeschickt
um die Freude ihrer Erfahrung,
das Glück ihrer Freundschaft mit dem auferstandenen Jesus zu teilen.

Wie ein Feuer das nicht zu bremsen ist
konnten sie nicht stehen bleiben,
sondern sie mussten Zeugnis geben von dem, was sie bewegte,
was sie mit ihrem Meister erlebt hatten.
Um Seinem Auftrag gerecht zu werden
sind sie in alle Welt gegangen um Jünger zu gewinnen.

Heiliger Geist, lebendiger und belebender Geist des Vaters und des Sohnes,
gib uns heute den gleichen Antrieb!
Lass uns unsere Ängste und unser Zögern überwinden
damit auch wir
Zeugen und Zeuginnen der Freundschaft Christi sein können
in der Welt und für die Welt von heute.
Amen.

E.S., Mai 2020

Edith SCHULLER
22. Mai 2020
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